Ich höre in meinen Beratungen eigentlich täglich, dass Menschen mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Sie wünschen sich rücksichtsvollere Partner, gehorsamere Kinder, erfüllendere Jobs, nettere Kollegen, ja mitunter sogar bessere Eltern und liebevollere Geschwister. Viele von ihnen kommen zu mir, weil sie wissen wollen, was mit ihnen und ihren Mitmenschen nicht stimmt und weil sie wissen wollen, was sie dagegen tun können. 

Soviel gleich vorweg: DAGEGEN kann man rein gar nichts tun. Sorry, das musste jetzt mal raus. Wir können unsere Partner, Kinder, Chefs, Kollegen, Eltern und Geschwister nicht ändern. Kein bisschen. Und es ist auch nicht so, dass mit irgendjemandem irgendetwas nicht stimmt (okay, ein paar echt Durchgeknallte gibt es natürlich schon, aber selbst da kann man mit dem, was ich ErMUTigung nenne, etliches bewirken). 

Es ist vielmehr so, dass jeder Mensch, ob du ihn nun magst oder nicht, seit der Geburt eine Reihe von Nackenschlägen, Niederlagen und Lektionen erhalten oder nennen wir es ERFAHRUNGEN gemacht hat, die ihn dazu gebracht haben, bestimmte Meinungen, Haltungen, Bewertungen und ÜBERZEUGUNGEN anzunehmen. Und aus diesen Meinungen etc. leitet dieser Mensch nun seine VERHALTENSWEISEN in den verschiedensten Situationen ab. 

Je nach Art der persönlichen Erfahrungen bestimmen diese Haltungen und die daraus abgeleiteten Verhaltensweisen seit vielen Jahren das jeweilige Leben in die eine oder andere Richtung. Und dies führt regelmäßig zu ERGEBNISSEN – in der einen oder anderen Richtung. Daran ist nichts falsch oder krank.  

Schlimmstenfalls wirken sich diese Ergebnisse ungünstig auf das persönliche Lebensglück aus. Womöglich gerät ein Mensch aufgrund derartiger Verknüpfungen eines Tages in eine Krise. Fühlt sich unglücklich. Fragt nach dem Sinn des Lebens. Idealerweise sucht dieser Mensch dann nach Lösungen, strebt Veränderung an. Spürt, dass sein Lebensgebäude irgendwie renovierungsbedürftig ist. Und im absolut perfekten und sehr wünschenswerten Fall holt sich dieser Mensch Unterstützung von außen, um seine angestaubten Meinungen, überholten Überzeugungen, maroden Glaubenssätze, seine schrottreifen Verhaltensweisen und eben auch die morschen Beziehungen seines Lebens wieder auf Vordermann zu bringen.  

Wenn jemand eine Altbauwohnung saniert oder ein in die Jahre gekommenes Haus renoviert, zollen wir ihm Anerkennung und sind gespannt auf das Ergebnis der Erneuerung. Sagt er „Ich will ein schönes Haus!“, nicken wir geflissentlich und finden das ganz normal. Und wenn er sich dann noch echte Profis zur Unterstützung holt, sind wir sicher, dass es am Ende gut werden muss. Nur die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit hat irgendwie ein „Geschmäckle“, riecht nach Defizit und geschieht oft im Verborgenen. Die Forderung „Her mit dem schönen Leben“ klingt nach Revoluzzertum und Egoismus. Wieso eigentlich? Es ist doch mindestens so wichtig, das eigene Leben regelmäßig zu renovieren, wie das Wohnzimmer zu streichen oder die Badezimmerfliesen zu ersetzen. 

Öfters mal was Neues gilt eben auch für deine Gedanken über dich, deine Mitmenschen und das Leben allgemein. Und neue Gedanken gibt es bei mir ja immer reichlich. Zum Beispiel beim nächsten Couch Coaching am 12. Juni, wo wir uns der Frage widmen, ob du eigentlich selbst lebst oder ob du gelebt wirst. Oder im neuen MUTig leben-Kurs für mehr Glück und innere Stärke, der am 18. Juni startet. Und natürlich auch beim Vortrag „MUT zur Angst“ am 6. Juni in Herbrechtingen. Komm und verpasse deinem Leben einen neuen Anstrich!